Verizentrumat.com: Gefälschtes SEPA-Portal der österreichischen Regierung mit IBAN DE89 3704 0044 0532 0130 00

👉 Das Wichtigste in Kürze…

  • Verizentrumat.com gibt sich als offizielles SEPA-Zahlungsportal des österreichischen Bundesministeriums für Wirtschaft aus — eine dreiste Fälschung.
  • Die Seite ist ein Flickenteppich aus Deutsch und Lettisch: Menüpunkte wie „Pasūtījums“ und „Maksājuma rekvizīti“ verraten die osteuropäische Herkunft des Betrugs.
  • Ein echtes deutsches Bankkonto wurde identifiziert: IBAN DE89 3704 0044 0532 0130 00 (Commerzbank) auf den Empfänger „Zentrale Finanzabteilung“.
  • Die Betrüger nutzen gefälschte Firmenbuchnummern (FN 287654 b), eine erfundene UID (ATU63284615) und erfundene EU-Registrierungen.
  • Bereits auf Betrugsalarm gemeldet.

Eine gefälschte Regierungsseite — mit lettischen Menüpunkten

Wer auf Verizentrumat.com landet, sieht auf den ersten Blick eine seriöse österreichische Behörden-Website. Das Logo des Bundesministeriums für Wirtschaft, die österreichische Flagge, eine angebliche Transaktions-ID, Zertifikate für TLS 1.3 und eIDAS QWAC. Alles wirkt amtlich.

Doch dann stolpert man über die Details. Plötzlich erscheinen Menüpunkte auf Lettisch: „Pasūtījums“ (Bestellung), „Maksājuma rekvizīti“ (Zahlungsdetails), „Kopā apmaksai“ (Gesamtbetrag). Ein österreichisches Regierungsportal, das zwischen Deutsch und Lettisch hin- und herspringt? Wohl kaum.

Die Betrüger haben offensichtlich eine Vorlage aus dem Baltikum übernommen und nur notdürftig ins Deutsche übersetzt. Die Tarnung ist so löchrig wie ein Schweizer Käse.

Die IBAN führt zur Commerzbank

Das Herzstück des Betrugs ist die Zahlungsseite. Sie fordert den Nutzer auf, einen beliebigen Betrag in Euro einzugeben und per „Echtzeitüberweisung“ oder „SEPA-Überweisung“ zu bezahlen.

Die angezeigten Bankdaten:

  • Empfänger: Zentrale Finanzabteilung
  • IBAN: DE89 3704 0044 0532 0130 00
  • BIC: COBADEFFXXX (Commerzbank)

Diese IBAN ist echt — sie gehört zu einem Konto bei der Commerzbank. Kein österreichisches Regierungskonto, sondern ein deutsches Bankkonto, das für betrügerische Zahlungen genutzt wird.

Gefälschte Registrierungen, erfundene Aufsichtsbehörden

Die Seite protzt mit einer beeindruckenden Liste an angeblichen Registrierungen und Aufsichtsbehörden:

  • Lizenznummer PI-2024-DE-0042 — frei erfunden
  • Beaufsichtigt durch „Oesterreichische Nationalbank“, FMA, EBA — alles gelogen
  • Firmenbuchnummer FN 287654 b (HG Wien) — existiert nicht
  • UID ATU63284615 — keine echte österreichische Umsatzsteuer-ID
  • LEI 549300LBPAY42DE0042 — kein gültiger Legal Entity Identifier

Die Seite zitiert EU-Richtlinien (PSD2, GDPR, AMLD6, MiFID II, DORA, eIDAS 2.0) um Seriosität vorzutäuschen. In Wirklichkeit ist nichts davon echt. Das ist reine Fassade.

Technische Spuren: Cloudflare als Tarnkappe

  • Domain: verizentrumat.com (registriert über Cloudflare, Inc.)
  • WHOIS: vollständig anonymisiert
  • Nameserver: evan.ns.cloudflare.com, marlowe.ns.cloudflare.com
  • SSL: DigiCert EV — die Betrüger haben sich sogar ein teures Extended-Validation-Zertifikat geleistet

Die Nutzung von Cloudflare erschwert die Rückverfolgung des tatsächlichen Hosting-Providers und der Betreiber.


Was tun, wenn Sie betroffen sind?

Überweisen Sie kein Geld. Brechen Sie jeden Kontakt ab.

  1. Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder online.
  2. Kontaktieren Sie Ihre Bank — wenn Sie bereits überwiesen haben, versuchen Sie eine Rückbuchung. Bei SEPA-Überweisungen haben Sie in der Regel 8 Wochen Zeit.
  3. Melden Sie den Betrug auf Betrugsalarm und hinterlassen Sie eine Bewertung auf ScamDoc — je mehr Opfer berichten, desto schneller wird die IBAN gesperrt.

Haben Sie eine Zahlung an Verizentrumat.com geleistet? Hinterlassen Sie Ihre Erfahrung auf ScamDoc. Jeder Erfahrungsbericht hilft, weitere Opfer zu verhindern.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert